Ich habe meinen eigenen barrierefreien Sprachassistenten programmiert — nicht nur einen weiteren Chatbot
Veröffentlicht am 14. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Unten rechts auf dieser Website gibt es einen kleinen Button mit einem Mikrofon-Symbol. Das ist kein generischer Chatbot, der nur der Modernität wegen dort platziert wurde: Es ist ein Assistent, den ich selbst entworfen und entwickelt habe, mit einer von Anfang an nicht verhandelbaren Bedingung — er musste wirklich barrierefrei sein, nicht nur so aussehen.
Warum ein Sprachassistent statt eines einfachen Chats
Spracherkennung und Sprachsynthese sind selbst Barrierefreiheits-Werkzeuge: Sie erlauben jemandem, der nicht tippen kann oder will, eine Frage laut zu stellen und eine vorgelesene Antwort zu erhalten. Das war die Gelegenheit, auf meiner eigenen Website einen konkreten Baustein dessen zu zeigen, was ich für einen Kunden mit genau diesem Bedarf bauen kann.
Was ihn wirklich barrierefrei macht
Ein Chatbot, der auf dem Papier „barrierefrei“ ist, aber per Tastatur unbedienbar, ist keine Seltenheit. Ich wollte jede dieser Fallen vermeiden:
- Vollständige Tastaturnavigation, mit einem Fokus, der im Panel gefangen bleibt, solange es geöffnet ist (kein versehentliches Wegtabben)
- Sofortiges Schließen mit Escape, wie bei jedem Standarddialog
- Ein als aria-live markierter Konversationsbereich, damit ein Screenreader neue Antworten automatisch ansagt, ohne dass der Nutzer suchen muss, wo sie erschienen sind
- Alle Animationen respektieren prefers-reduced-motion und schalten sich für bewegungsempfindliche Personen ab
- Ein Stummschalt-Button und ein Textfeld, das immer verfügbar ist für alle, die lieber schreiben als sprechen
Die eigentlichen technischen Herausforderungen
Die Spracherkennung im Browser (die Web Speech API) ist alles andere als einheitlich zwischen den Browsern, und ihr Standardverhalten ist nicht mit Blick auf Barrierefreiheit gestaltet: Sobald sie das Ende eines Satzes erkennt, sendet sie das Ergebnis sofort ab, ohne dem Nutzer die Möglichkeit zu geben, es noch einmal zu lesen oder zu korrigieren.
Genau diese Art von Detail entdeckt man nur, wenn man das Werkzeug wirklich unter echten Bedingungen testet — und es ist ein Fehler, den ich kürzlich behoben habe: Jetzt erfasst ein erstes Antippen die Sprache im Textfeld, und man muss explizit bestätigen, um sie zu senden. Ein kleines Detail, das aber alles verändert für jemanden, der Zeit braucht, um seine Frage zu formulieren.
Was das im Grunde zeigt
Jeder kann „barrierefrei“ in einen Lebenslauf schreiben. Was ich wollte, war ein überprüfbares Beispiel: ein Werkzeug, das wirklich mit der Tastatur funktioniert, mit einem Screenreader, mit oder ohne Maus, mit oder ohne Stimme. Wenn Sie es selbst ausprobieren möchten — der Button ist direkt unten rechts auf dieser Seite.
Geschrieben von Demba Mbow
Digitaler Creator & UI/UX-Designer, WCAG-zertifiziert
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